Dies ist ein Gast-Beitrag von Ben – mehr von ihm findet ihr auf seinem Blog Pixelliving
Kurzinhalt
Nachdem der Psychiater Dr. Sam Foster den Fall des jungen Henry Letham übernimmt schenkt dieser den Vorhersagen des schwer depressiven Künstlers keinerlei Beachtung. Als jedoch ein von Henry angekündigter Hagelschauer tatsächlich eintritt beginnt Dr. Foster seinen Patienten ernst zu nehmen. Schließlich kündigt Henry an sich selbst nur wenige Tage später, an seinem 21. Geburtstag, das Leben zu nehmen.
Alarmiert durch diese Äußerung versucht Dr. Foster verzweifelt zu Henry durchzudringen um das Schlimmste zu verhindern. Doch je näher er seinem Patienten kommt, desto mehr verschwinden die Grenzen seiner eigenen Realität und um ihn herum kommt es zu immer merkwürdigeren Vorfällen. Die Belastung gefährdet nicht nur Dr. Foster’s geistigen Zustand sondern auch die Beziehung zu seiner ebenfalls selbstmordgefährdeten Freundin Lila.
Als er dann auch noch mit Menschen in Kontakt tritt die gar nicht existieren dürften oder seit geraumer Zeit als tot gelten merkt Dr. Foster dass er mit Henry doch mehr gemeinsam zu haben scheint als nur die Beziehung zwischen Arzt und Patient …
Ben’s Meinung
Stay in einem Wort? Unglaublich!
Stay ist wie ein lebendig gewordenes Kunstwerk, voll von sich ständig wandelnden Farben und Formen die sich entsprechend der Handlung und Stimmung der Charaktere anpassen. Überall versteckt der deutsch-schweizerische Regisseur Marc Forster kleine Elemente, die eine tiefere Bedeutung haben, sich aber erst nach und nach durch mehrmaliges Ansehen des Films offenbaren. Und trotz dieser atemberaubenden, jedoch nie aufdringlichen, Präsentation gibt es in dem Film keine nennenswerten oder großartig auffälligen Special Effects – Forster realisiert dies alles mittels geschickter Kameraführung und einer intelligenten Kulisse.
Stay ist ein Mystery-Thriller der mit dem Zuschauer spielt. Er behandelt eine sehr komplexe Geschichte, deren Hintergrund sich dem Zuschauer bis zur Auflösung am Ende vollkommen verschließt. Bis dahin konfrontiert Stay seinen Zuschauer mit sehr vielen philosophischen Fragen und fordert dessen ungeteilte Aufmerksamkeit. Verpasst man einige Minuten, so bekommt man sofort das Gefühl ein sehr wichtiges Puzzleteil der Geschichte verpasst zu haben. Dazu kommen Bilder, die den Zuschauer tief in Dr. Foster’s Rolle versetzen und diesen teilweise selbst an seinem Verstand zweifeln lassen. Somit ist Stay sicherlich keine seichte Popcorn Unterhaltung, denn man kann beim Sehen des Films nicht anders als zwangsweise zu versuchen Stück um Stück der Geschichte zu einem funktionierenden Ganzen zusammenzufügen. Dabei lässt Stay aber die Verknüpfung der einzelnen Elemente teils unvollständig und öffnet somit sehr viel Freiraum für eigene Interpretationen – was diesem Film aufgrund der Thematik sogar sehr gut tut.
Die Komplexität des Films ist auch gleichzeitig der einzige Wehrmutstropfen. Lässt man sich auf den Film und seine Thematik ein so kommt man nicht umhin sämtliche angestrengten Überlegungen durch das unerwartete Ende als obsolet zu betrachten. Nach den intensiven 99 Minuten von Stay fühlt man sich am Ende überfordert und auch etwas ausgebrannt. Der philosophische Kern der Geschichte hinterlässt ein flaues Gefühl beim Ausschalten des DVD-Players, regt jedoch zu weiteren Überlegungen aus einer anderen Sichtweise an und motiviert den Zuschauer somit den Film erneut zu sehen.
Stay ist mehr als nur ein Film, Stay ist eine großartige visuelle und philosophische Reise in die grundlegende Wertanschauuung des Lebens und wirft dabei auch die Glaubensfrage in den Raum. Dabei bleibt Stay jedoch erfrischend modern und wird nie altbacken. Auch die Wahl der Darsteller hätte treffender nicht sein können. So werden die Depression und seelische Ohnmacht der Hauptfiguren zu jederzeit glaubwürdig vermittelt. Stay ist ein absoluter Geheimtipp, besondern für alle die mehr Anspruch in einem Film erwarten.
Danke für diese Review Ben! Stay tauchte bisher auf meinem DVD-Radar überhaupt noch nicht auf. Bisher hatte ich nichtmal ansatzweise davon gehört, trotz der bekannten Schauspieler :o
Dies ist nun schon der zweite Film, den ich auf deinen Tip hin ausleihen werde. Bei Der Sternenwanderer hast du für meinen Geschmack ja auch total richtig gelegen :)
Um es mit Shreks Worten zu sagen: “Ich bin wie eine Zwiebel. Nein ich stinke und runzel nicht, sondern ich habe Schichten!”
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Dieses Blog zeigt die Empfehlungen rund um unser liebstes Hobby, dem Sofa-Kino. Wir schreiben hier als Familie unsere Eindrücke zu den von uns angeschauten DVDs und berichten über Aktionen und News rum ums Heimkino.
Danke für diese Review Ben! Stay tauchte bisher auf meinem DVD-Radar überhaupt noch nicht auf. Bisher hatte ich nichtmal ansatzweise davon gehört, trotz der bekannten Schauspieler :o
Dies ist nun schon der zweite Film, den ich auf deinen Tip hin ausleihen werde. Bei Der Sternenwanderer hast du für meinen Geschmack ja auch total richtig gelegen :)
Danke, dass ich die Review für’s Sofakino schreiben durfte :-)
Zwischen Stay und dem Sternwanderer liegen aber Welten. Ich hoffe wirklich, er wird Dir gefallen. Viel Spaß beim Anschaun ;-)
Das dazwischen Welten liegen ist mir schon klar.
Um es mit Shreks Worten zu sagen: “Ich bin wie eine Zwiebel. Nein ich stinke und runzel nicht, sondern ich habe Schichten!”